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Battlefield 5: Die schönste Enttäuschung 2018

Release Date
November 20, 2018
Herausgeber
EA Dice
Genre
Shooter
Plattform
Pc, PS4, Xbox One

Vorwort: Battlefield 5 Leser/Spieler-Review

Zum Ende des Jahres habe ich mich doch noch dazu entschieden Battlefield 5 eine weitere Chance zu geben. Obwohl mich die BF5 Beta-Phase und die 10 Stunden EA-Access zum Release des Spiels nicht wirklich fesseln konnten, war ich letztendlich doch neugierig, warum ein paar Freunde aus den guten alten BF4-Zeiten noch immer an dem Spiel hängengeblieben sind.

Angetrieben durch den Gruppenzwang und die Hoffnung wieder epische Abende oder ganze Wochenenden mit dem Platoon auf dem Schlachtfeld zu verbringen, nutzte ich die 50% Rabatt-Aktion von EA. Denn nach dem eher enttäuschenden Battlefield 1, wollte ich nicht erneut den Fehler begehen und den vollen Preis für ein “unfertiges” Spiel ausgeben.

Kein Season Pass!

Die wohl schönste Neuerung an Battlefield 5 ist eindeutig der Verzicht auf einen kostenpflichtigen Season-Pass. Das bedeutet im Klartext, ganz egal wie günstig man das Spiel nun in irgendeiner Aktion abstaubt, sämtliche neue Inhalte sind inklusiv und nicht mehr exklusiv. Top! Ein Fakt, der nicht unwesentlich zur meiner letztendlichen Kaufentscheidung beigetragen hat. Da bin ich ganz ehrlich.

Allerdings ist Battlefield 5, meiner Meinung nach, noch immer nicht komplett. Und damit meine ich nicht den fehlenden Battle-Royal-Modus, der in einem späteren DLC nachgereicht wird. Zwar bietet BF5 zum Start auf acht verschiedenen Maps einige Modi im Mulitplayer und eine kleine Kampagne in Form von inzwischen 4 Kriegsgeschichten, sowie mit “Tides of War” saisonale Events, doch fehlt, wie schon beim Vorgänger zum Release des Spiels, das aus meiner Sicht wichtigste Feature überhaupt: Die Clan bzw. Mietserver!

Derzeit kein RSP-Programm für Battlefield 5

Auch Battlefield 5 startet, wie schon Battlefield 1, ohne das Rent a Server Programm (kurz RSP) und nimmt damit sämtlichen Battlefield Communities die Grundlage für die im Vorwort erhofften epischen Battlefield-Momente mit dem Platoon. Clanwars und sämtliche Community-Events, die das Spiel auch noch nach Monaten nie langweilig werden ließen und vielen Spielern eine direkte Anlaufstelle boten, bleiben bisher nur Träumerei.

Schade, EA! Für viele treue Fans fühlt sich das sicherlich wie ein Schlag ins Gesicht an. Denn wer über die Jahre Battlefield gespielt hat, sammelte in der Zeit garantiert mehr als nur drei Freunde mit denen man die neusten Schlachtfelder erleben möchte. Wenn Gemeinschaften jetzt mit mehr als nur einem aktiven Squad, also ab 5 Spielern, gleichzeitig einem Spiel beitreten möchten, geht das nicht problemlos oder nur mit langen Wartezeiten. Apropos Wartezeit. Bei Battlefield 1 dauerte es übrigens fast ein ganzes Jahr, bis das RSP-Programm umgesetzt wurde. Ein Jahr, dass vielen Spielern aus dem Platoon zu lange dauerte, so dass sie sich lieber anderen Spielen zugewandt haben.

Squad auf Diät?!

Aber selbst wenn man bisher nicht im Platoon spielte, sondern lieber in der kleinen Runde unter Freunden im Squad, darf man sich in BF5 von mindestens einem eingespielten Teammitglied verabschieden. Denn währenddessen man im Jahr 2013 in Battlefield 4 noch auf Wunsch der Fans die Squadgröße auf 5 Spieler angehoben hatte (Quelle) und dies auch in den Nachfolgern, Hardline und Battlefield 1, beibehielt, entschied man sich nun auf eine Teamgröße von maximal 4 Mitspielern. WTF?! Warum?! Weil die Spielerzahlen stetig sinken?

Aktive Sterbehilfe – erste Clans beschweren sich öffentlich!

Screenshot: https://battlefieldtracker.com

Dieser Screenshot zeigt eindeutig, dass das Empfinden einiger Clans nicht unbegründet ist. Erst vor Kurzem platzte zum Beispiel der BadBoys Gaming Community der Kragen. Mit ihrem “Mimimimi-Beitrag”, in der wohl größten deutschen Battlefield Community auf Facebook, trafen sie den Nerv vieler Spieler und ernteten, meiner Meinung nach auch zurecht, viel Zuspruch.

Ihr habt es in nur 2 Titeln geschafft fast alle Communitys/ Clans zu zerstören. Großartige Arbeit!!

BadBoys Community

Den kompletten Beitrag der Community, indem noch mehr Zahlen verglichen werden, könnt ihr unter diesem Link auf Facebook lesen.

Selbst das Online-Magazin MeinMMO berichtet über die schlechten Battlefield 5 Verkaufszahlen, obwohl ich persönlich die dort aufgeführten Gründe eher als nebensächlich betrachte. (Link)

Nett, netter, Netcode!

Bevor ich nun endlich zum eigentlichen Review komme, hier noch kurz ein paar Worte zum absoluten Battlefield Runing-Gag. Der Netcode. Das Balancing. Wie in fast jedem neuen Battlefield-Spiel sorgt der Netcode selbstverständlich auch in Battlefield 5 wieder für viel Lärm und Mimimimi.

Denn dank einem Bug im Netcode bezüglich des Trefferfeedbacks, kam es nicht selten zu dem Fehler, dass Spieler gefühlt nach einem Treffer gestorben sind. Das führte in den letzten Wochen zu einem absoluten hin & her von Updates und Hotfixes zwischen der TTK (Time to Kill) und TTD (Time to Death). So wurde beispielsweise die Time-to-Kill-Rate zwischenzeitlich von Dice erhöht, um den Bug irgendwie auszugleichen.

Inzwischen wurde diese allerdings wieder zurückgesetzt, ob man den Fehler neuerdings komplett beheben konnte, ist mir derzeit jedoch leider nicht bekannt. Für meine Bewertung fühlten sich daher die letzten Wochen dadurch jedoch eher nach einer verlängerten Betaphase, als nach einem fertigen Spiel an. Ich meine, das es mal zu Balancing-Problemen mit verschiedenen Waffen kommen kann, ist ja noch verständlich und nachvollziehbar, aber das der Netcode zum Release eines Spiels noch so unausgereift ist, bestätigt mein Bauchgefühl und rechtfertigt die verzögerte Kaufentscheidung allemal.

Kurz gesagt, ich kann den Frust vieler Spieler verstehen, die Battlefield 5 zum Release für den vollen Kaufpreis erworben haben. Aber es gibt dennoch positive Aspekte, die für ein Battlefield 5 sprechen.

Das schöne an Battlefield 5

Zugegeben nach dieser ersten Kritik ist es mir nicht besonderlich leicht gefallen noch Aspekte zu finden, die mir in oder an Battlefield 5 besonders gut gefallen. Doch es gibt sie! Zum einem war ich positiv überrascht darüber, dass sich Battlefield 5 mit dem World War 2 Setting nicht einfach wie ein BF1-DLC anfühlt bzw. spielt.

Singleplayer Kampagne

Das große Multiplayer-Shooter in der heutigen Zeit noch eine Singleplayer-Kampagne anbieten ist, spätestens seit dem Release von Call of Duty: Black Ops 4, keine Selbstverständlichkeit mehr. Das auch ein Battlefield 5 keine Kampagne mit einer tiefgreifenden Story anbieten wird, war allerdings schon zu erwarten. Jedenfalls hätte mich etwas gegenteiliges sehr überrascht.

Dennoch bieten die kurzweiligen Kriegsgeschichten einen schönen Einstieg in das Spiel und vermitteln gut erzählt einzelne Schicksale des zweiten Weltkriegs. So schlüpft man zum Beispiel in die Haut einer jungen Norwegerin, die versucht ihre Mutter zu befreien. Ja, ihr habt richtig gelesen, Battlefield 5 bricht die Tradition und lässt euch auch im Multiplayer erstmalig weibliche Charaktere spielen.

Da ich ungern Story-Elemente verrate, fasse ich mich in diesem Abschnitt kurz und beschränke mich auf die Info, dass ihr während der Kampagne ungefähr die verschiedenen Klassentypen und die neue Funktion “Barrikaden bauen” erläutert bekommt. Wie schon in den vorherigen Teilen befinden sich in jeder Mission versteckte Dokumente und Herausforderungen, die besondere Erfolge freischalten. Zudem lässt sich jede Mission in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielen. Gamescore oder Trophäen-Jäger werden sicherlich auf ihre Kosten kommen und erhalten auf diese Art und Weise einen Grund, die Kampagne des Öfteren zu spielen.

Die Barrikaden!

Ein völlig neues Feature in Battlefield bieten die Barrikaden, welche sich an verschiedenen, allerdings vorgegebenen, Stellen auf der Map errichten lassen. Auch wenn sich das Feature aus meiner Sicht noch nicht unbedingt bei jedem Spieler durchgesetzt hat, bietet es in manchen Situationen einige Vorteile. Ganz abgesehen davon, dass man auch als Bob der Baumeister einige Punkte sammeln kann. Die Battle Bros haben dazu ein sehr schönes und sehenswertes Video auf YouTube veröffentlicht:

Eine eigene Kompanie!

Auch wenn ich die Kompanie zu Beginn etwas verwirrend fand, bietet sie mit der Zeit den Vorteil, dass man für fast jeden Modus, oder aber auch nur für bestimmte Karten, seine liebsten Loadouts den verschiedenen Soldaten in der Kompanie zuweisen kann. Damit man diese im späteren Spielverlauf besser unterscheiden kann, lassen sich die Avatare, Fahrzeuge und Waffen durch jede Menge freispielbare Skins individualisieren. Auch die verschiedenen Skills oder Waffenspezialisierungen lassen sich für jeden Soldaten in der Kompanie einzeln abspeichern.

Punkte ohne Ende

In Battlefield 5 erhält man wirklich für jede Tätigkeit Punkte. Für das bauen von Barrikaden, für das Aufmunitionieren oder Heilen der Mitspieler, für das Einnehmen oder Verteidigen der Flaggen, das Spotten von Feinden, ja selbst für ein einfaches Speerfeuer erhält man Punkte. Damit levelt man nicht nur die gespielte Klasse, sondern auch die jeweils im Kampf ausgerüstete Waffe. Auf dieser Art und Weise erspielt man sich pro Klasse eine weitere Unterklasse, sowie für die Waffen bestimmte Skills.

Währenddessen man zum Beispiel in Battlefield 4 noch verschiedene Aufsätze oder Griffe für seine Waffe “gefarmt” hat, um beispielsweise den Rückstoß einer Waffe zu verändern oder zu optimieren, funktioniert dies nun ganz einfach über insgesamt 6 Skills pro Waffe bzw. Soldat. Dabei muss ich mir jedoch eingestehen, dass mir persönlich die “alte” Variante irgendwie besser gefiel, vielleicht weil es für meine Immersion einfach besser oder aber auch logisch ins Bild passte.

Truppführer erhalten übrigens zusätzlich noch Squadpunkte für erteilte und/oder ausgeführte Befehle. Mit Hilfe dieser Squadpunkte kann der Truppführer Verstärkung anfordern, sei es in Form von zusätzlicher Munition, Medipacks oder Luftunterstützung durch eine V1-Rakete mit mächtig viel wums.

Gekonnter Rückzug!

Ebenfalls neu in Battfield sind einige Bewegungen und “Moves”. So lässt es sich (endlich) auch rückwärts kriechen und in der Rückwärtsbewegung schießen. Das mag vielleicht eine winzige Kleinigkeit sein, aber wenn man schon nicht mit vielen Freunden zusammenspielen kann, ist der Rückzug oft der einzige Ausweg um zu überleben.

Grafik, Sound & Atmosphäre

Ich spiele hauptsächlich auf der Xbox One X in der Verbindung mit einem HDR 4K TV. Den Sound genieße ich, aus Rücksicht zu meinen Nachbarn, durch das Turtle Beach Stealth 700 Headset. Und ja, in dieser Kategorie ist Dice mal wieder ein kleines Meisterwerk gelungen. Die Grafik kommt gestochen scharf und der Sound ist erschreckend gut. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich den ersten V1-Raketeneinschlag miterleben durfte und bei dem Knall mein Controller bebte. Auch die verschiedenen Sprüche der Sodaten tragen definitiv zu der wirklich tollen Atmosphäre des Spiels bei. Frameeinbrüche, irgendwelche anderen Ruckler oder Grafikfehler habe ich bisher noch nicht wahrgenommen. In dieser Kategorie kann Battlefield 5 auf jeden Fall zeitgemäß punkten.

Für ein besseres Spielerlebnis ist es allerdings ratsam an ein paar Grafik, Audio und Gameplay-Einstellungen zu schrauben. Der aufstrebende Twitch-Streamer TecEgg hat dazu vor nicht allzu langer Zeit ein schönes Video auf YouTube veröffentlicht, welches ich euch nicht vorenthalten möchte.

Fazit:
Dice ist mit Battlefield 5 tatsächlich ein überraschend gutes Spiel gelungen, doch wird dies dank fehlenden RSP auf Dauer und trotz Tides of War sehr schnell langweilig.
Story65
Gameplay90
Grafik80
Atmosphäre80
Umfang62
Spielspaß80
Top!
Grandioses Map Design
Sasionale Events
Leichtes Leveln
Barrikaden Feature
Vorbildlich: Kein Season/Premium Pass!
Flop!
Nur 4 Mann im Squad
Keine Mietserver
Probleme mit dem Netcode
Noch wenige Waffen
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